Lasermelting als Chance für Dentallabore
Sicher Arbeiten, effizient fertigen
Der Metall-3D-Druck, auch Lasermelting genannt, hat in den letzten Jahren zunehmend Einzug in Dentallabore gehalten. Das additive Verfahren bietet Anwendern höchste Präzision bei der Fertigung eines breiten Indikationsspektrums aus NEMLegierungen wie Cobalt-Chrom und Titanlegierungen. Gleichzeitig herrscht in vielen Betrieben noch Unsicherheit: Wie sicher ist der Umgang mit Metallpulvern? Welche technischen und organisatorischen Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Genau hier möchten wir ansetzen. Wir wollen über das Verfahren aufklären, typische Vorbehalte und Irrtümer einordnen, und zeigen, wie ein effizienter und sicherer Betrieb in der Praxis gelingt. Als einer der Vorreiter im Bereich der additiven Fertigung in der Dentalbranche begleiten wir von SILADENT gemeinsam mit unserem Partner 2oneLab seit mehreren Jahren Labore auf ihrem Weg in die Technologie des Selektiven LaserMeltings (SLM). Die Expertise dieser Partnerschaft liegt nicht nur in der Anwendung und Entwicklung, sondern auch im direkten Austausch mit der Praxis – etwa bei unseren Sinterdays-Workshops, die seit Jahren an wechselnden Standorten in Deutschland stattfinden.
Hier verbinden wir Theorie, Praxis und Sicherheit, um den Einstieg in die Technologie fundiert, sicher und nachhaltig zu gestalten.
Mit den von uns angebotenen technischen Dienstleistungen, der umfassenden Beratung sowie unserem Service, der Wartung und dem Support – und den dadurch erworbenen Kenntnissen unserer Kunden – wird das Lasermelting-Verfahren zu einer echten Erfolgsgeschichte im Laboralltag.

Kontroverse
Zwischen Begeisterung, Neugier und Skepsis: Wie ist das Fertigungsverfahren einzuordnen?
Das Lasermelting hat in den vergangenen Jahren den Sprung aus der industriellen Fertigung in die Dentaltechnik geschafft. Viele Labore erkennen inzwischen das breite Indikationsspektrum und die Synergieeffekte, die sich unter anderem in Kombination mit konventionellen oder hybriden Verfahren ergeben. Dennoch begegnen viele der Technologie noch mit Zurückhaltung – weniger aus Skepsis gegenüber der Methode selbst, sondern weil der Umgang damit Neuland ist.
Während der Kunststoffdruck längst zum festen Bestandteil digitaler Workflows geworden ist, gilt der Metall-3D-Druck vielerorts noch als komplex oder überdimensioniert. Dabei sind moderne SLM-Systeme heute äußerst kompakt und bereits in zahlreichen deutschen Laboren erfolgreich im Einsatz.
Wie bei jeder neuen Technologie braucht es zunächst Verständnis und Routine, um die Abläufe sicher zu beherrschen. Was anfangs ungewohnt wirkt, wird mit Erfahrung schnell zu einem festen Bestandteil des Alltags – und eröffnet neue Möglichkeiten, die über herkömmliche Fertigungsgrenzen hinausgehen.
Vermeidbare Risiken
Ja, es gibt sie: Die typischen Stolpersteine beim Einstieg in die SLM-Fertigung. Aber der Einstieg in das Lasermelting ist keine riskante Entscheidung – wie bei jeder neuen Technologie gibt es Punkte, die beachtet werden müssen. Viele Probleme entstehen nicht durch das Verfahren selbst, sondern durch unklare Abläufe oder unzureichende Vorbereitung.
Ein besonders wichtiger Bereich ist die Sicherheit. Metallpulver reagiert äußerst empfindlich auf falsche Handhabung. Mit den richtigen Arbeitsabläufen sowie geeignetem und geprüftem Sicherheitsequipment ist das jedoch problemlos beherrschbar. Kritisch wird es erst, wenn Systeme ohne geprüfte Sicherheitsstandards eingesetzt werden.
Auf dem Markt finden sich immer wieder preisgünstige Importanlagen – häufig aus Fernost –, bei denen CE-Kennzeichnung, Konformitätserklärung oder Sicherheitsnachweise fehlen oder nicht nachvollziehbar sind. Solche Systeme mögen auf den ersten Blick preislich attraktiv erscheinen, doch ein sicherer und rechtskonformer Betrieb im Dentallabor ist damit nicht gewährleistet. In der Praxis stoßen wir immer wieder auf Anlagen, bei denen sicherheitsrelevante Details nicht normgerecht ausgeführt sind – etwa fehlende zweikanalige Sicherheitsschleifen (Interlocks) oder Laserschutzgläser ohne gültiges Zertifikat nach DIN EN 60825-4.

Solche Defizite sind von außen oft kaum zu erkennen, haben jedoch direkte Auswirkungen auf die Sicherheit der Mitarbeitenden und auf die Rechtssicherheit des Betreibers. Für den Inhaber eines Dentallabors bedeutet das: Ohne gültige CE-Kennzeichnung und vollständige Konformitätserklärung trägt er im Ernstfall die volle Verantwortung – gegenüber Mitarbeitenden, Patienten, Berufsgenossenschaft und Versicherern.
Ein weiterer Punkt ist die Schulung. Eine Anlage allein macht noch keinen guten Prozess. Wer das Verfahren sicher und wirtschaftlich nutzen will, braucht Wissen im Umgang mit Maschine, Software und Materialien. Erfahrung lässt sich nicht kaufen – sie entsteht durch gezielte Schulung und regelmäßigen Austausch mit Fachleuten.
Auch die Wartung darf nicht unterschätzt werden. Filter, Dichtungen und andere Verschleißteile sind entscheidend für die Prozesssicherheit. Fehlender Support oder lange Wartezeiten auf Ersatzteile können den Betrieb gefährden.
CE-Zertifizierung, Sicherheit, Verantwortung
Was wirklich zählt? Sicherheit im Lasermelting betrifft die ganze Anlage – Maschine und Pulver. Beide erfordern Aufmerksamkeit und Wissen. Metallpulver ist zwar ein Gefahrstoff, doch wer um die korrekte Handhabung weiß, hat wenig zu befürchten. Als Anbieter ist es unsere Aufgabe, Anwender zu schulen und Fragen zu klären. Schon vor der Anschaffung beraten wir zur Aufstellung und zu den nötigen Sicherheitsmaßnahmen. Wir liefern auch die passende Schutzausrüstung und Geräte wie spezielle Sauger für Metallpulver.
Ein sicheres System braucht eine gültige CE-Zertifizierung und eine vollständige Konformitätserklärung. Nur so ist gewährleistet, dass alle europäischen Anforderungen erfüllt sind.
Weiterhin bietet die BG ETEM Hilfe für die notwendigen Dokumente. Über die folgenden Links gelangen Sie zur Seite „Betriebsanweisungen 3D-Druck“ der BG ETEM mit den Dokumenten zu Metallpulvern zum Download sowie zur Gefährdungsbeurteilung „Additive Fertigungsverfahren (3D-Druck): Laserstrahlschmelzen“. Diese Vorlagen helfen, Abläufe zu strukturieren und Risiken zu kontrollieren.
Betriebsanweisungen Metallpulver
Gefährdungsbeurteilung Lasermelting
Sicherheit ist also kein Hindernis, sondern Teil eines professionellen Gesamtkonzepts. Wer systematisch arbeitet und auf geprüfte Technik setzt, schafft die besten Voraussetzungen für einen sicheren und erfolgreichen Laborbetrieb.

Das SILADENT System
Vom Risiko zur Routine – wie Sicherheit im Alltag entsteht: So wie in jedem Fertigungsverfahren, welches Sicherheitsmaßnahmen mit sich bringt, sind technisches Knowhow für die Anwendung unersetzlich. Moderne Systeme wie das 2Create von 2oneLab sind darauf ausgelegt, den Einstieg so einfach wie möglich zu machen. Das kompakte System wurde speziell für Dentallabore entwickelt und ermöglicht den Druck von Kronen, Brücken, Modellgüssen und Orthobändern auf einer einzigen Bauplattform. Die Bedienung ist klar strukturiert, die Software leicht verständlich. In der Regel reicht eine zweitägige Schulung, um das System sicher und effizient zu betreiben.
Zur sicheren Pulverhandhabung gehören unter anderem auch Geräte wie das 2Sieve und das 2Clean. Das 2Sieve sorgt für eine saubere Aufbereitung und Wiederverwendung des Metallpulvers. Es arbeitet unter Schutzgas und kann auch reaktive Materialien wie Titan sicher sieben. Das 2Clean übernimmt die sichere Reinigung der Anlage. Das System nutzt Zyklontechnik und HEPA-Filter, um Pulverreste kontrolliert abzusaugen – sauber, wartungsfreundlich und ohne Pulververlust.
Ein weiterer Punkt ist das staubarme Arbeiten. Überschüssiges Pulver wird direkt in verschließbaren Kartuschen aufgefangen. So bleibt der Kontakt mit dem Material minimal. Diese Flaschen lassen sich anschließend direkt an das 2Sieve anschließen. Dadurch entsteht ein geschlossener Kreislauf, der Pulververlust vermeidet und den Wechsel zwischen Materialien wie CoCr und Titan schnell und sicher macht.
Neben der Technik ist die Schulung entscheidend. Wir begleiten den Anwender bei jedem Schritt – von der Beratung vor der Anschaffung über die Einrichtung bis zum laufenden Betrieb. Alle Anwender werden praxisnah geschult, um die Technologie sicher und routiniert anzuwenden. Zusätzlich stehen Live-Support und Video-Tutorials zur Verfügung (https://2onelab.com/de/newsundmehr/tutorials). So bleibt kein Problem ungelöst, kein Prozess unklar. Wer das Verfahren in der Praxis erleben möchte, kann dies bei den Sinterdays tun. Dort zeigen wir die komplette Prozesskette live – von der softwareseitigen Konstruktion über den Druck bis zur Nachbearbeitung. Ziel ist es, Wissen aufzubauen, Unsicherheiten abzubauen und Anwendern den korrekten und sicheren Umgang mit der Technologie zu vermitteln. So wird aus anfänglicher Vorsicht Schritt für Schritt Routine – und aus einer neuen Technologie ein fester Bestandteil moderner Laborarbeit.
Fazit
Lasermelting ist längst mehr als ein Zukunftsthema. Es ist eine etablierte Technologie, die Labore unabhängiger und effizienter macht. Wer die Abläufe kennt und sich auf geprüfte Systeme verlässt, arbeitet sicher und wirtschaftlich. Sicherheit ist dabei kein Hindernis, sondern ein Qualitätsmerkmal. Sie zeigt, dass Prozesse verstanden und beherrscht werden. Mit der richtigen Schulung, zuverlässigen Partnern und einem klaren Blick für Verantwortung wird das Lasermelting zu einem Werkzeug, das Chancen eröffnet – nicht Risiken schafft.
Autor
Dieter Wolff, SILADENT
dieter.wolff@siladent.de | +49 (0)5321 / 3 77 90


